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andy_unterwegs

| 1st. Jun, 2008 07:58 pm (Petite) Tour d'Angleterre Am Montag klingelte der Wecker schon wieder früh morgens: 6 Uhr 30. Und dieses Mal wartete ein fürchterlicher Regenschauer vor dem Fenster. Mit Cassandra, Chris und Thomas ging es zuerst in einem Taxi und dann mit dem Zug nach Stratford-Upon-Avon. Aus dem Stadtzentrum ging es dann mit dem Bus in Richtung Jugendherberge, wo wir nur unser Gepäck unterbrachten und dann zurück in die Innenstadt fuhren. Nach dem Abendessen dort ging es ins Courtyard Theatre, wo wir Karten für die Aufführung “The Merchant of Venice” der Royal Shakespeare Company reserviert hatten. Die Vorstellung war äußerst interessant und vor allem Angus Wright glänzte als Shylock. Für Dienstag war eine Stadtführung geplant, bei welcher wir 2 Stunden lang allerlei Interessantes erfuhren. Gegen Ende der Führung waren wir in der Holy Trinity Church, wo William Shakespeare begraben ist und dort trafen wir auch auf Angus Wright. Was der dort wohl gemacht hat? Anschließend erkundeten wir noch auf eigene Faust Shakespeare’s Geburtshaus, seine spätere Residenz Newplace und Hall’s Croft. Auch der Abend war dem Barden gewidmet, mit einem weiteren Theaterstück, dieses Mal “The Taming of the Shrew”. Am Mittwochmorgen ging es dann für drei von uns weiter nach Oxford. Chris verabschiedete sich. Wir ließen unser Gepäck in der neuen Herberge und nach einem kurzen Mittagssnack ging es mit dem Bus zum Blenheim Palace in Woodstock, Sitz des Duke of Malborough und Geburtsort Churchills. Leider war das Wetter mies und deshalb konnten wir den Palast (den ich aus Kenneth Branagh’s Hamletverfilmung kannte) und die Grünanlagen nicht richtig würdigen. Trotz Regenschirm ging es durchnässt nach einigen Stunden zurück nach Oxford. Auch am Donnerstag wurde es adelig, denn wir fuhren zum Windsor Castle. Dies war der erste Tag der Reise, der sonnig anfing. Leider kam der Regen aber gegen Ende des Ausflugs doch wieder. Die Burg ist wirklich imposant und die Staatsräume mit ihren Kunstgegenständen, prächtigen Möbeln und protzigen Goldverzierungen beeindruckend. Bei so viel adeligem Pomp in zwei Tagen wird man schon ein bisschen neidisch. Auf Queen Mary’s vollfunktionales ( = Wasserversorgung und elektrisches Licht) Puppenhaus könnte ich zwar verzichten, aber die Waffensammlungen, Gemälde und Stühle wären schon nicht schlecht. Nach einem kleinen Päuschen mit Cream Tea erkundeten wir noch die Stadt, auf der Suche nach dem berühmten Eton College. Da gab es aber nicht viel zu sehen; zumindest nicht, wenn man keinen Eintritt bezahlen wollte. Am Freitag erkundeten wir Oxford noch ein bisschen, besichtigten die Burg von außen, erklommen St. Mary’s Church und genossen den tollen Ausblick dort. Anschließend gingen noch ins Museum für Moderne Kunst, wo wir allerlei ungewöhliche Exponate entdeckten: eine Telefonnummer unter welcher man einen isländischen Gletscher schmelzen hören kann und goldene Käfige mit Pfauen. Da wir Oxford aber schon von einem früheren Besuch (s. 16/02/2008) kannten, gingen uns bald die Ideen aus. Die ganze Zeit über waren uns rotgekleidete Menschen aufgefallen und bald erkannten wir an Schreien, dass eine Demonstration stattfand. Der Dalai Lama schloss an diesem Tag (wie wir) nämlich seine Englandreise in Oxford ab und stieß auf Protest (wir nicht). Nachdem wir der berühmten Blackwells-Filiale noch einen Besuch abgestattet hatten, kehrten wir wieder einmal ins heimische Canterbury zurück, erschöpft von der aufregenden Reise.
 Shakespeares Geburtshaus
 selbsterklärend
 Shakespeares Grab
 Blenheim Palace
 Windsor Castle
 mehr Windsor Castle
 (bitte selbst lesen)
 Teil des Ausblicks auf Oxford
 Teil der Modernen Kunst
Current Location: divers Current Mood: restless Current Music: hatte keine Musik dabei
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| 30th. May, 2008 11:20 pm Cam, Bridge and Colleges Obwohl der 24. Mai ein Samstag war, hieß es für mich an diesem früh aufstehen, denn ich hatte das letzte Ticket für einen Tagesausflug nach Cambridge ergattert. Die Catholic Society hatte einen Bus organisiert, der uns in die Universitätsstadt brachte. Nachdem wir einige Stunden lang Cambridge auf eigene Faust erkundet hatten, gab es ein gemeinsames Mittagsbuffet und anschließend bekamen wir von den Studenten dort eine Führung. So kamen wir in die Colleges und konnten sogar ein Zimmer besichtigen. Die Unterkunft des Mathematikstudenten war in einem der altertümlichen Unigebäude, innen aber modern ausgestattet. Ich wurde schon etwas neidisch als ich erfuhr, dass er dort auch ein eigenes Wohnzimmer hat, welches er nur mit einem Kommilitonen teilen muss. Und dabei zahlt er dafür weniger als die Hälfte von dem, was mir die University of Kent abknöpft. Das so genannte “Punting” ist bei Besuchern von Cambridge sehr beliebt. Wie in Venedig kann man hier in einer Gondel die Cam (den namensgebenden Fluss der Stadt) entlangfahren. Der Ideenraub an der Lagunenstadt geht sogar soweit, dass es auch hier eine Seufzerbrücke gibt. Auf der Gondelfahrt genießt man eine gute Aussicht auf die verschiedenen Colleges und deshalb haben wir uns von einem Gondoliere eine Runde “punten” lassen und bekamen gleich noch Erklärungen zu allem Gesehenen. Nebenbei wurde man noch durch zahlreiche (Fast-)Kollisionen bei Laune gehalten, da sich in der Cam an dem schönen Tag unzählige Gondeln tummelten. Zurück in Canterbury hätte der Summerball für die Abendgestaltung gesorgt, aber das Programm (Highlight: Auftritt der Vengaboys) und ein Eintrittspreis von 45 Pfund klangen nicht sonderlich verlockend. Dass es richtig von mir war mich dagegen zu entscheiden bestätigte dann auch der orkanartige Regen, der die Ballbesucher überraschte. Das große Feuerwerk konnte ich auch vom Parkplatz unten aus gut sehen.
 Eines der Colleges von außen
 Trinity College von innen
 Dort sind die Studenten untergebracht
 "Punting"
 "Seufzerbrücke" Current Location: Cambridge, Cambridgeshire Current Mood: envious Current Music: Danzig - Not of this World
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| 16th. May, 2008 04:00 pm Löwenstadt Oje, nun hab ich hier schon mehr als zwei Monate lang nichts mehr geschrieben. Wie schnell die Zeit doch vergeht… Nach der stressigen Essayphase am Ende des spring term ging es am 7. April endlich in die alte Heimat. Nach Singapur. 8 Jahre lang war ich nicht dort gewesen. Der 13-stündige Flug ging dank der reichen Auswahl an Filmen verhältnismäßig schnell vorbei. Von meiner Mutter und meiner Schwester wurde ich am Flughafen in Singapur abgeholt und obwohl ich noch genau wusste, dass die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit einen anfangs überrascht, hatte ich die Situation stark unterschätzt und bedurfte einiger Tage zur Akklimatisierung. Dass ich mindestens zehnmal am Pool war, half enorm bei der Abkühlung aber auch bei der Erholung. Dem Bereich der Entspannung ist auch zuzurechnen, dass ich endlich wieder mal Zeit fand aus Spaß zu lesen. Und nachdem meine letzten 25 Lektüren auf Englisch waren, nutzte ich die Ferien um mir 4 Bücher auf Deutsch einzuverleiben. Essen aus der ganzen Welt ist eine der Hauptattraktionen Singapurs und auf Muttis Kochkünste freute ich mich auch schon. Dreimal waren wir bei einem Buffet (Sonntagschampagnerbrunch im Oscar’s, abends in The Line und einmal mittags im Equinox, im 70. Stock) und jedes Mal bekam ich Bauchschmerzen, weil ich einfach zu keinem Gericht “Nein” sagen konnte; alles sah lecker aus. Am ersten Wochenende stand eine Firmenbenefizveranstaltung auf dem Plan. Neben dem Essen und Trinken dienten auch zahlreiche Aktivitäten wie “Der heiße Draht”, Putten und das Schießen von Gummipfeilen dazu Geld für den wohltätigen Zweck einzunehmen. Bei dieser Gelegenheit gab es fürs Schwesterchen auch kleine Fische zu fangen, die dann als Haustiere nach Hause mitgenommen werden durften. Wahrscheinlich bin ich in den drei Wochen öfters mit dem Bus in Singapur gefahren, als in den fünf Jahren in denen ich dort lebte. Die erste Fahrt ging zum botanischen Garten, wo der Evolution Walk als eine der Attraktionen lockte. Dort konnte man die Entwicklung der Pflanzen von eher steinartigen Gebilden vor über 350 Millionen Jahren bis zum heutigen Regenwald nachvollziehen. Bei einem Spaziergang durch Kampong Glam erkundete ich die malaysischen Wurzeln Singapurs. Am Straßenrand war ein kleiner Friedhof zu sehen und am Ende folgte ein Museumsbesuch. In der Gegend kaufte ich mir anschließend ein “chinesisches Hemd”. Ein weiterer kultureller Rundgang, dieses Mal mit Müttern der fünften und sechsten Klasse der deutschen Schule, beschäftigte sich mit Kirchen in Singapur und Gebäuden, die früher welche waren, heute aber Museen oder Räume für Festlichkeiten sind. Dabei habe ich so manche interessante Orte gesehen: Gotteshäuser verschiedenster Art, von portugiesisch-farbenfroh bis verglast und einem Bürogebäude ähnelnd. Aber auch ein kleines Theater gab es dort zu sehen. Vor allem die Waterloo Road war mit ihrer Vielzahl an Kirchen und anderen religiösen Gebäuden beeindruckend. Angeblich sind auf dieser einzigen Straße acht Religionen vertreten, von der Kirche über die Moschee und den Sikh-Tempel bis zur Synagoge. Ich sah auch eine ganz neue Attraktion Singapurs, den gerade erst eröffneten Singapore Flyer, ein Riesenrad, dass dem London Eye nachempfunden ist. Aber in Singapur ist es natürlich größer und besser . Natürlich musste ich der alten Zeiten wegen, in denen ich fast jedes Wochenende im Kino war, auch mal wieder in mein ehemaliges Lieblingskino, das Lido, schauen. Damit es aber nicht ein Kinobesuch wie zuhause werde, hab ich mir einen chinesischen Film mit englischen Untertiteln, namens “三國之見龍卸甲” angesehen. Nahe dem Ende meines Aufenthaltes gab es dann noch ein absolutes Muss für eine Singapurreise: Pepper-Crab, und zwar im schon damals favorisierten Restaurant an der East Coast. Und genau wie schon früher war es wieder absolut lecker. Am 30. April ging es dann wieder zurück nach England.
 Der Pool
 Beispiel der außergewöhnlichen Architektur Singapurs
 Singapore Flyer
 Die Aussicht aus dem Singapore Flyer
 Aussicht vom 70. Stockwerk
 Seafood Centre Current Location: Singapur Current Mood: hot Current Music: Duffy - Mercy
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| 16th. Mar, 2008 09:13 pm St. Patrick's Saturday Die Rock Society, der ich auch angehöre, organisiert jedes Jahr anlässlich des St. Patrick's Day eine ganztägige, kostenlose Konzertveranstaltung. Da der irische Nationalfeiertag aber dieses Jahr auf einen Montag fällt, wurde der Startschuss für die Konzert schon am Samstag gegeben. Mal wieder war die nur 10 Minuten entfernte K-Bar Schauplatz. Da der Tag anfangs noch sehr sonnig war, gab es auch Burger vom Grill. Die Bands waren alle aus der Gegend oder zumindest aus dem weiteren Umkreis Londons. Als wir um 16.00 Uhr dort ankamen, hörten wir noch die letzten Lieder einer Band, die aktuelle Popmusik im Rockgewand wiedergab. Nach einer längeren Pause spielten "The Velcros", danach "Jesus Got His Gun" und anschließend "The Tremors". Die Band "Billy Rebel" musste leider wegen einer Verletzung absagen. Es hätten noch weitere Bands gespielt, aber der Hunger trieb uns dann wieder nach Hause. Current Location: K-Bar Current Mood: sleepy Current Music: siehe oben
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| 15th. Mar, 2008 02:26 pm Tortilla Party! Wir hatten ja im Verlauf der letzten 6 Monate oft Tortilla. Dieses Mal wurde das Wochenende gleich mit 4 Tortillas (eine davon erstmals mit Pilzen) eingeläutet. Zahlreiche Gäste waren geladen, sodass jeder nur ein paar Stückchen abbekam. Zu trinken gab es passenderweise Sangria. Jonathan, der unter dem Pseudonym "Johnny Matriciana" schon einmal bei uns in der Küche aufgetreten war, untermalte mit seiner Gitarre und neuen Liedern im Gepäck den Abend musikalisch. Auch zu später Stunde klopfte es noch an der Tür, denn unsere Tortilla Party hatte sich anscheinend herumgesprochen. Und so ging die Party noch lange weiter...

 Current Location: Unsere bescheidene Wohnung Current Mood: crazy Current Music: Johnny Matriciana - She Don't Use Jelly (Flaming Lips Cover)
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| 11th. Mar, 2008 10:21 pm Bavarians, Barbarians, Culinarians Am Mittwoch, einem der sonnigsten Tage dieses jungen Jahres, bekam ich Besuch aus Deutschland. Gegen Mittag holte ich Marcus und Thomas von der Bushaltestelle ab und nachdem sie ihr Gepäck bei mir untergebracht hatten, gingen wir erstmal mexikanisch essen. Dort stieß ich auch gleich noch auf ein paar bekannte Gesichter. Nachdem Kauf der Grundversorgung an Lebensmitteln machten wir uns auf den Rückweg zum Campus. Zum Abendessen gab es Weißwürste mit Brezen und dem berühmten Senf der Firma H. Dazu hatten mir meine Freunde noch Starkbier mitgebracht. Anschließend waren wir mit vielen Bekannten im Venue, der Campusdisko. Obwohl das Wetter am Donnerstag eher grau war, beschlossen wir eine Wanderung nach Whitstable, ans Meer, zu machen. Der Wander-/Radweg dorthin war bei Weitem nicht so schön wie ich mir das vorgestellt hatte und da die Beschilderung nicht sonderlich gut war, brauchten wir insgesamt drei Stunden. Zum Glück trafen wir im Wald auf einen Herrn, der uns den richtigen Weg dann beschrieb und gleich noch erzählte, dass er mit der Royal Air Force in Deutschland stationiert war. In Whitstable angekommen, wollten wir erstmal unseren Hunger stillen. Mein Besuch aß zum ersten Mal Fish&Chips. Da wir ziemlich müde waren, fuhren wir anschließend nach Hause. Wir sahen uns ein bisschen Karaoke in der K-Bar an und aßen dann mal wieder eine von Marios Tortillas. Am Freitagmorgen hieß es für mich früh aufstehen, da ich ein Seminar hatte. Meine Gäste konnten dagegen noch weiterschlafen. Nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg in die Stadt, um Canterbury zu entdecken. Am Westgate Tower standen wir gemeinsam mit einem japanischen Pärchen leider vor verschlossener Tür, obwohl laut einem Schild offen war. Im Museum of Canterbury erfuhren wir mehr über die Geschichte der Stadt, angefangen mit den ersten Siedlern. Da das Museum auch für Kinder geeignet war, konnten wir Puzzles bauen und Blödsinn machen. Im Eintritt war auch eine Bagpuss- und Rupert-Bear-Ausstellung mit inbegriffen, also ließen wir auch diese nicht aus. Nach der zweiten Portion Fish&Chips für meine Gäste, dieses Mal angeblich “the best in town,” ging es zum Norman Castle. An dieser Burgruine bin ich schon mehrmals vorbeigefahren, da sie direkt an einer Hauptstraße liegt. Drinnen gab es nicht allzu viel zu sehen. Abends waren wir in einem Haus außerhalb des Campus auf einer Fake-Birthday Party. Dort war es sehr voll aber gut. Am Samstag hieß es die Ärmel hochkrempeln, denn ich hatte die Herausforderung zu einem Kochduell angenommen. Schon eine Woche zuvor hatten die Spanier Pasta gekocht, waren aber von der Tortilla der Italiener besiegt worden. Die Mann-/ Frauschaften dieses Mal waren Österreich/Deutschland und Frankreich. Da die Franzosen aber zugaben keine Ahnung von unserem Essen zu haben und wir auch nicht sonderlich viele französische Gerichte kochen konnten, bereitete jede Gruppe das Essen der eigenen Heimat vor. Da 15 bis 20 Gäste erwartet wurden, konnten wir Schnitzel, Braten, usw. vergessen. Wir entschlossen uns für eine Kartoffelsuppe und Kaiserschmarrn. Die Gegner traten mit Pastetenbrötchen, Salami, einer vereinfachten Version von “hachis Parmentier” und einem locker-leichten Schokokuchen auf Vanillesauce an. Wir drei schälten, schnitten, rührten und kochten gemeinsam mit Marijke. Am Ende wurde unsere Suppe zur Gemüsesuppe und wir hatten 28 hungrige Mäuler zu stopfen. Am Ende erfolgte eine Abstimmung. Wir haben gewonnen!!! Nun ist meine Heimat eine Runde weiter. Mal sehen, ob es nächste Woche noch ein Duell zwischen anderen Nationen gibt oder schon das Finale gegen Italien folgt. Am Sonntag war Fußball angesagt. Schon die beiden Wochen zuvor hatten Spiele stattgefunden und Mal wieder waren alle Grade an Können vertreten. Daraufhin wollten wir noch die Hauptattraktion Canterburys besichtigen: den Dom. Irgendwo hatte ich gehört, dass sonntags die Besichtigung gratis wäre. Leider waren die Öffnungszeiten in meinem Reiseführer aber nicht zuverlässig und so war der Dom schon geschlossen. Meinen Gästen blieb also nur noch eine Gelegenheit ihn zu sehen: Am Montag früh aufstehen und sich den Dom ansehen bevor es an der Zeit war die Rückreise anzutreten. In der Sportbar Woody’s gab es dann noch ein Ale und einen Imbiss. Was haben Marcus und Thomas da wohl gegessen? Fish&Chips (zum dritten Mal). Im Fernsehen lief leider spanischer anstatt englischer Fußball, aber ansonsten war das ganz authentisch. Später waren wir dann bei der Dänin Pinar zum Essen eingeladen. Dort gab eine riesige Auswahl an türkischen Speisen. Mit Ertönen des allmontäglichen Feueralarmtests in der Wohnung traten wir also schon ins Freie, wo uns schon das hässlichste Wetter des Jahres erwartete: Regen und orkanartiger Wind. Die riesige Canterbury Cathedral ist von innen noch um einiges beeindruckender als von außen. Ein Geistlicher trat an uns heran und erklärte uns einiges. Auch er war schon mal in Deutschland gewesen. Als wir alles gesehen hatten und es auch bald an der Zeit war, dass ich mich von meinen Freunden verabschiedete, wurde uns plötzlich verwehrt den Dom zu verlassen. Ein Gebet fand statt, nachdem wir dann aber frei waren. Nach einem letzten Imbiss gingen meine Gäste dann zu ihrem Bus und ich kehrte wieder zum Alltag zurück. Danke für euren Besuch!
 Bayrisches Abendessen
 Vergleichsweise schönes Stück des Weges nach Whitstable
 Krönung vor dem Norman Castle
 Wir Köche verderben den Brei nicht.
 Dom mit Thomas Beckets Grab im Vordergrund Current Location: Kent, kreuz und quer Current Mood: tired Current Music: The Incredible Mouth Band
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| 27th. Feb, 2008 04:36 pm It's Showtime Am Morgen des 19. Februars hieß es früh aufstehen, um den Bus nach London zu erreichen. Cassandra und ich hatten nämlich große Pläne für diesen Tag. Die Restmüdigkeit konnte ich noch auf der Busfahrt ausschlafen, denn dank des Nebels, der seit einigen Tagen England überzog, konnte man eh nicht viel von der Landschaft sehen. Unser erster Stopp (schreibt man mit zwei “p”, wie seltsam das aussieht) in London war die Ecke Westminster Abbey, House of Parliament, Big Ben. Dann gingen wir in die Cabinet War Rooms, dorthin wo sich das englische Kabinett während dem Zweiten Weltkrieg in Sicherheit brachte, um zu planen. Darin war noch ein Churchillmuseum integriert. Das Museum hat 9,50 Pfund für Studenten gekostet. Hatte zwar alle möglichen technischen Spielereien und unzählige Exponate bis hin zu Churchills Schlafanzug, aber für eine Attraktion der C-Klasse ist das schon happig. Mittagessen gab es dann beim Asiaten: Nudeln aus kleinen weißen Schachteln, wie im Fernsehen. Wir überlegten uns, ob wir ins Parlament gehen sollten, um eine Debatte live mitzuerleben. Die Warteschlange war uns aber dann doch zu lange. An Stelle dessen gingen wir zum Trafalgar Square. Wow, das ist echt beeindruckend! Dort waren wir dann in der National Gallery und sahen uns Malerei längst vergangener Jahrhunderte an. Nach so vielem Stehen taten mir die Beine schon ziemlich weh. Aber abends sollte ihnen noch mal viel Energie abverlangt werden. Nach dem Kunstmuseum checkten wir erstmal in unser Hostel ein. Wie gebucht war es ein 16-er Zimmer. Überraschend war jedoch 1. dass ich das einzige Etagenbett ohne sichernde Seitenwand hatte, 2. dass über meinem Bett ein Dachfenster war 3. dass um 18.00 Uhr schon drei Leute in ihren Betten schliefen. Nach zehn Minuten Rast ging es dann los, zum Highlight das Tages, der Veranstaltung wegen der ich eigentlich nach London gekommen war: dem Electric Six Konzert. Zuerst hatten wir Schwierigkeiten die Konzerthalle zu finden, denn wer vermutet die schon in einem Einkaufszentrum? Dann sahen wir das Schild “Sold out” und konnten erst den Eingang nicht finden. Zum Glück hatten wir unsere Karten schon in den Händen. Die Vorbands waren beide aus London: Vanilla Ride und Grand National. Dann ging es los. “It’s Showtime!“, das erste Lied der neuen Platte, ertönte und der Sänger Dick Valentine kam auf die Bühne in einem Umhang mit genau diesem Schriftzug. Das Publikum bebte, Cassandra und wurden in unterschiedliche Richtungen geschleudert. Ich konnte mir bald innerhalb der tobenden Massen einen Platz nahe der Bühne sichern. Als ich dort so vor mich hinrockte, zog mich plötzlich etwas am Ärmel. In diesem grandiosen Durcheinander von Springen, Schreien und Schubsen nichts Besonderes, aber ich erkannte bald, dass sich die Haare eines Mädchens in meinem Manschettenknopf verheddert hatten. Panisch blickte sie mich an und erst nach einigen Versuchen, konnten ihre Begleitung und ich sie befreien. Die Band spielte alle ihre Hits und, naturgemäß, auch viele neue Stücke. Die Zugabe brachte dann noch mal vier weitere Titel. Nachdem aber bereits um elf Uhr Schluss war, konnten wir anschließend noch auf ein Getränk in ein Pub gehen, wo mir Cassandra dann erzählte, wie sie das Konzert verbracht hatte. Sie war nicht ganz so nahe an die Bühne gekommen, aber dafür konnte sie einige Fotos (s.u.) schießen. Da wir am nächsten Morgen schon früh unseren Bus erwischen mussten, machten wir uns auf den Weg zurück zum Hostel, was nicht so leicht war, da unser Stadtplan ziemlich abstrakt war. Es war auf jeden Fall ein fantastischer Abend, auch wenn mir das Konzert zu kurz vorkam. Am nächsten Morgen kam ich rechtzeitig zu meinem Seminar und war dank eines Schläfchens im Bus auch fit.
 Big Ben
 Westminster Abbey
 Konferenzzimmer der Cabinet War Rooms
 Brunnen am Trafalgar Square
 tobendes Konzertpublikum
 Electric Six ! Current Location: London Current Mood: excited Current Music: Electric Six - Rubber Rocket
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| 16th. Feb, 2008 10:32 pm "Jetzt fährt der Ochs schon wieder fort!" Am heutigen Samstagmorgen klingelte der Wecker schon um 7.45, denn ein Ausflug nach Oxford stand auf dem Plan. Mit Father Geldard von der Chaplaincy und einem Bus voller Studenten kamen wir mittags in der berühmten Universitätsstadt an, die wir dann aber in einer Vierergruppe auf eigene Faust erkunden wollten. Da es jedoch soviel zu sehen gab und die Colleges teilweise sowieso Eintritt verlangten, beschlossen wir an einer Führung (http://www.imagetours.co.uk) teilzunehmen. Diese war äußerst aufschlussreich. Anschließend gingen wir in die örtliche Filiale von Blackwell’s (ein Buchladen, der auch auf dem Campus in Canterbury vorhanden ist), den diese ist mit 160’000 (?) Büchern die größte Englands. Ein wahres Paradies, aber ich konnte mich zurückhalten und ging ohne ein Buch zu kaufen. Zum Mittagessen hatte ich eines der köstlichsten Sandwiches meines Lebens: Mozzarella, Pesto, getrocknete Tomaten, usw. Danach wollten wir noch zum Christ Church College, einem der größten Oxfords, mit einem eigenen Dom. Außerdem sind in dieser Universität zahlreiche Schauplätze aus den Harry Potter Filmen zu sehen. Nach unzähligen Fotos ging es dann schon wieder flotten Schrittes zurück zum Treffpunkt, damit wir den Bus zurück nach Canterbury erreichten.






 Current Location: Oxford Current Mood: accomplished Current Music: Smashing Pumpkins - Zero
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| 6th. Feb, 2008 08:17 pm London Calling: "Hallo, ich bin's" Am Sonntag ging es nach London, um mich dort mit Bel zu treffen. Nachdem ich bisher jedes Mal nur auf Durchreise in der Hauptstadt war, wollte ich mir auch endlich einmal die berühmten Wahrzeichen ansehen. Im Vorhinein hatte ich jedoch nicht genügend Zeit, mir einen Plan wichtiger Sehenswürdigkeiten zu machen. Deshalb bin ich einfach auf gut Glück von der Victoria Coach Station losgegangen und haben an jeder Kreuzung die Richtung eingeschlagen, in der es am schönsten aussah. So kam ich in den St. James Park, zum Buckingham Palace, am Piccadilly Circus vorbei nach Chinatown und zum Covent Garden. Gut, alles der Reihe nach. Am Buckingham Palace war eine große Menschenmenge, in der die Polizei die Ordnung wahrte. Den Grund dafür konnte ich schon bald hören: eine Orchesterband spielte hinter den Toren. Direkt vor dem Palast standen auch einige ausgewählte Gäste. Leider konnte ich niemand Bekannten entdecken, aber vielleicht finden ihr, liebe Leser, ja wen.


Am Piccadilly Circus kam dann plötzlich Hunger auf. Vielleicht lag es an den großen Tafeln, die gleich mehrere Filialen von McDonald’s, Burger King, KFC usw. anpriesen. Auf Fastfood hatte ich aber keine Lust und auch nicht auf was Asiatisches, obwohl ich mittlerweile nach Chinatown gekommen war. Dort gab es aber wider Erwarten zum Glück auch ein Aberdeen Angus Steak House, in dem ich mir eine Portion Big Beef Ribs (naja, dafür waren es nur zwei) gönnte.

Danach ging es zum Covent Garden, wo sich die Passanten um die zahlreichen Schausteller scharrten. Einmal kurz stehen geblieben und schon wurde ich von einem Entfesslungskünstler gebeten, ihm zu assistieren. Ich war die Zielscheibe für einige seiner Witze, durfte ihm aber dann auch die Zwangsjacke ordentlich festziehen. Da ich kurz zuvor Christopher Priests “The Prestige” gelesen hatte, hielt ich besonders sorgsam Ausschau nach irgendwelchen Tricks des Entfesslungskünstlers, die ich natürlich hier auf keinen Fall verraten würde. Tatsächlich konnte er sich in weniger als 90 Sekunden befreien.


Anschließend traf ich mich mit Bel am Piccadilly Circus und wir sahen uns gemeinsam die St. Paul’s Cathedral an und streiften die Themse entlang. Mit ihrer Schwester Carola und deren Freundin Renate ging es dann in den nächtlichen Hyde Park zur Speaker’s Corner, die wir uns alle ein bisschen anders vorgestellt hatten. Drei Gruppen aus 7 bis 15 Personen diskutierten Politik. Nach einem kurzen Abendessen in einem schon fast exklusiven Imbiss, trennten sich dann unsere Wege wieder: die Damen gingen ins Kino, während ich mir Live-Comedy ansah. Die Kabarettisten nahmen kein Blatt vor den Mund und improvisierten allerlei Beleidigungen des Publikums, trotzdem gefiel es mir aber gut. Danach ging es auf den langen Nachhauseweg, zurück in mein kleines Zimmerchen in Canterbury. Sicherlich kein sonderlich ertragreicher, typischer Touristentag in London, aber ich hatte Spaß und bald geht es ja schon wieder hin.

 Current Location: London Current Mood: excited Current Music: Moving Units - Pink Thoughts
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| 18th. Jan, 2008 08:39 pm Altbekanntes und mehr. Die erste Uniwoche ist schon vorbei und alles scheint wieder beim Alten zu sein. Zwei meiner Seminare und eine Vorlesung werden fortgesetzt und die englischen Studenten zeigen schon wieder die ersten Anzeichen von Faulheit. Im Freitagmorgenseminar erschienen statt den erwarteten 13 Studenten nur drei und meine Wenigkeit. In Science-Fiction bekundete eine junge Dame ihren Unwillen das Buch zu kaufen, indem sie über längere Zeit versuchte, den Seminarleiter zu überzeugen, dass er ihr sein Exemplar gibt. Letzterer ist übrigens genauso gekleidet wie schon letztes Jahr. Die Theorie, dass der blaue Rollkragenpullover (denn er bisher ausnahmslos immer trug) bereits in Symbiose mit seinem Körper getreten ist, scheint sich damit zu bestätigen. Die Vorlesungen sind immer noch einstündig, was mir eigentlich unverständlich ist, da sie viel interessanter als die halbherzigen Seminardiskussionen sind. Ein Studium mit stärkerer Anwesenheit, aber dafür auch mehr Zeit auf einzelne Punkte einzugehen, wie in München, sagt mir schon mehr zu. Aber um einmal eine andere Art des Studierens kennen zu lernen bin ich ja hier. Die meisten Bekannten aus dem letzten Term sind auch zurück und man hat sich zu den typischen Anlässen getroffen. Es gibt wieder Hausparties und große Abendessen, bestehend hauptsächlich aus Tortilla und Pasta. Doch in gewisser Weise scheint über die Weihnachtsferien ein Hang zur Steigerung ausgebrochen zu sein. An den letzten vier Abenden bin ich jeweils von den gleichen Leuten zum Pastaessen eingeladen worden. Die gemeinsame Essensaufnahme findet jetzt nur noch selten mit weniger als fünf Personen statt, umfasst aber manchmal eher sogar zwanzig Individuen. Um einen Geburtstag zu zelebrieren reicht jetzt auch eine riesige Party am jeweiligen Wochenende nicht mehr. Zusätzlich gibt es am tatsächlichen Geburtstag auch noch ein großes Essen, das mir eigentlich schon wie ein Feier vorkam. Kürzlich durfte ich in einem Häuschen außerhalb des Campus auch miterleben, wie ein Geburtstag hier ausarten kann. Wir kamen dort erst spät an und wurden von angeheiterten Gästen begrüßt, im Wohnzimmer wurde Salsa getanzt, in der Küche improvisierte man zu zweit mit einer Gitarre Lieder und alle unterhielten sich prima. Bis plötzlich der Spülkasten am Boden der Toilette lag und eine kleine Überschwemmung entstand. Ich war zum Glück unschuldig und das Taxi da. Altbekanntes wurde nicht nur übertroffen, nein, es gibt auch wirkliche Neuigkeiten. Am stärksten betrifft mich davon wohl der neue Mitbewohner. Nachdem Kaitlin vor Weihnachten ihr Zimmer räumte, um nach einer Europatour wieder nach Wisconsin zu ziehen, kam mit dem neuen Jahr Igor. Damit gehört die Übermacht der drei Amerikanerinnen (denn Igor ist aus Bilbao) und der Frauen allgemein in unserer Wohnung der Vergangenheit an. Auch das Wetter hat sich einer Veränderung unterzogen: jetzt ist es schon englischer. Ganz nach dem Schere-Stein-Papier-Prinzip lässt sich der Regen natürlich mit einem Schirm bekämpfen, doch dieser ist seinerseits machtlos gegen den heftigen Wind. Ja, der Campus entwickelt sich zur Zeit wirklich zu einer “Windy City”. So, ich geh jetzt was essen. Vielleicht Pasta. Und danach auf eine Geburtstagparty. Current Location: hört sich nach Mittelmeer an Current Mood: nerdy Current Music: Fiery Furnaces - Ex-Guru
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| 7th. Jan, 2008 11:31 pm Viel Zeit auf wenig Raum So, lange ist es her, dass ich hier etwas von mir hören ließ. Schon über einen Monat. Was inzwischen alles passiert ist? Ein Konzert, eine Geburtstagsfeier, der teuerste Haarschnitt meines Lebens, eine Abschiedsfeier, vorweihnachtlicher (Uni-)Stress. Außerdem war ich drei Wochen zuhause und hab mich wieder alten Bräuchen und Freunden gewidmet. Kulinarisch war diese Zeit natürlich eine Verbesserung gegenüber meinen eigenen Experimenten. Nach der Rückreise bestehend aus Auto, 2 Zügen, S-bahn, Flugzeug, 2 Bussen, Taxi und einigen kleineren Problemchen bin ich nun wieder zurück in Canterbury und bereit, von weiteren Erlebnissen zu berichten. Current Location: Zimmer A Current Mood: indifferent Current Music: Architecture in Helsinki - Heart It Races
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| 29th. Nov, 2007 07:37 pm The Heart of Midlothian Zwölf Stunden nachdem wir in Canterbury aufgebrochen waren, schlug uns um 7:40 endlich die eisige Luft des schottischen Edinburgh entgegen. Hier im Norden war es schon um einiges kälter. Im Bus zu schlafen war kaum möglich, deshalb schnappten wir uns gleich ein Taxi, das uns zur Unterkunft für die nächsten drei Tage bringen sollte. Das Belford Hostel ist eine ehemalige Kirche, die umfunktioniert wurde und jetzt Betten, eine Bar, einen Billardtisch, ein Fernseh- und Brettspielzimmer und noch vieles mehr anbietet. Sehr zu empfehlen. Leider konnten wir aber erst ab 13:00 Uhr ins Zimmer, also bewegten wir unsere müden Glieder noch ein paar Stunden durch Edinburgh. Bei diesem ersten Erkundungsspaziergang sahen wir die Princes Street und Gardens, die Burg von unten und zahlreiche Läden. Wir hatten uns also schon einen guten ersten Eindruck gemacht. Zu meinem Bedauern gab es auch einen Weihnachtsmarkt, der von Deutschen mit schlechten Schottischkenntnissen bevölkert wurde. Hauptsächlich Verkäufer von deutschen Heißgetränken, Speisen und kitschigem Weihnachtskrimskram. Um das zu sehen war ich nicht nach Edinburgh gekommen. Aber ich konnte es mir doch nicht verkneifen meiner amerikanischen Mitreisenden Cassandra ein Colaweizen zu bestellen. Am Tag darauf sollte sie dann auch noch Leberkäse kennen lernen. Als wir dann endlich im Hostel einchecken durften, gönnten wir uns ein kurzes Schläfchen bevor wir uns dann wieder in die Kälte stürzten. Ich wollte einen Blick in das Kaufhaus “Jenners” werfen, das ich mir als abgespeckte Version von Harrod’s vorstellte. Die Preise waren zum Teil schon gesalzen, aber der Weihnachtsbaum im Inneren, der sich über mehrere Etagen erstreckte, war schön. Trotz der eisigen Kälte beschlossen wir mit dem Riesenrad auf dem Weihnachtsmarkt zu fahren, um den Ausblick über das nächtliche Edinburgh genießen zu können. Anschließend ging es zum Abendessen: Haggis, ein traditionelles schottisches Gericht aus Herz, Leber, Lunge, Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl. Ein Muss, aber wir stellten überraschenderweise fest, dass es außerordentlich gut schmeckt. Am nächsten Tag stand dann der Grund, warum ich ausgerechnet nach Edinburgh wollte, auf dem Plan. Misa, ein aus Oxford stammender Freund, den ich in Prag kennen gelernt habe und der jetzt in Edinburgh studiert. Wir schnappten uns einen Touristenbus und fuhren hoch zur Burg, wo es als Mittagsessen Backkartoffeln mit unterschiedlichen Füllungen gab. Danach zeigte uns Misa seine Uni und seine Wohnung. Er empfahl uns eine Führung durch Mary King’s Close, eine kleine Straße im 17. Jahrhundert, die mittlerweile überbaut wurde und dadurch zum unterirdischen Ort des Gruselns wurde. Dann erklommen wir noch Calton Hill, da ich unbedingt die “Akropolis von Edinburgh” aus der Nähe betrachten wollte. Dort entdeckte ich auch zufällig ein Monument für Admiral Nelson, dank der Schlacht von Trafalgar der Held meiner Kindheit. Fast hätte uns der starke Wind vom Hügel gepustet. Wir aßen Haggis und frittierten Mars-Schokoriegel, eine Grausamkeit für die Schottland anscheinend bekannt ist. Anschließend kehrten wir in einem Pub ein, das Livemusik versprach. Es wurden Songs unter anderem von Frank Sinatra und Bill Withers zum besten gegeben. Zwischendurch wechselten wir ein paar Worte mit einem Schotten, der uns ständig das Daumen-nach-oben Zeichen gab. Leider war sein ohnehin schwerverständliches Schottisch durch seinen Alkoholgenuss noch komplizierter. Als Mitternachtssnack gab es noch mal Haggis und Rippe, natürlich alles frittiert. Ja, das Vorurteil, dass die schottische Küche eher ungesund ist, bestätigte sich. Am Sonntag, dem letzten Tag, stand noch einiges auf dem Programm. Wir ließen uns wieder mit dem Bus zur Burg fahren und dieses mal gingen wir auch hinein. Der Ausblick ist fantastisch und die Burg ist so riesig, dass man fast einen ganzen Tag dort verbringen könnte. Wir hatten aber noch viel vor, also sind wir nach einem ersten Überblick der Burg, der schottischen Kronjuwelen, des Hundefriedhofs und des Kriegsmuseums wieder aufgebrochen. Die Royal Mile entlang gingen wir zum Holyrood Palace, dem Ferienwohnsitz der Königin. Der Eintritt hierfür war aber ziemlich hoch (anscheinend wollte sich Elizabeth II nicht spendabel zeigen), weswegen wir lieber um den Palast herumschlichen und so Fotos erhaschten. Hinter dem Palast entdeckten wir noch eine riesige Grünfläche und den Fuß von Arthur’s Seat, der als einziger Hügel unbebaut war und mich ein wenig an den Ayers Rock erinnerte. Danach sahen wir in der National Gallery allerlei Kunstwerke der Malerei und Bildhauerei. Anschließend trafen wir uns wieder mit Misa, der auf einem Poetry Slam ein Gedicht vortragen wollte. Die Beiträge der Slammer waren allesamt interessant, von lustig bis nachdenklich stimmend. Nachdem wir uns von Misa verabschiedet hatten, gab es ein weiteres Mal Junk Food. Auf dem Nachhauseweg dachten wir dann schon, dass wir uns verlaufen hatten, aber dank dem Stadtplan, der das ganze Wochenende unser treuer Begleiter war, überwanden wir auch dieses Problem. Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Bus über Newcastle und London wieder zurück nach Canterbury.
 Die Burg von der Princes Street aus
 Der Weihnachtsmarkt vom Riesenrad betrachtet.
 Blick in den Nordosten von der Burg aus
 Das schottische Parlament - ein postmodernes Gebäude
 Holyrood Palace
 Arthur's Seat Current Location: Edinburgh Current Mood: pleased Current Music: Ladytron - Destroy Everything
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| 19th. Nov, 2007 11:16 pm Mittwoch bis Sonntag - Da bleibt kein Auge (und keine Kehle) trocken Am Mittwoch haben meine Mitbewohner und ich es zum ersten Mal geschafft ein gemeinsames Essen zu veranstalten. Das “Flatdinner” war äußerst reich an Kohlenhydraten: Latkes, Tortillas, tiefgekühlte Aldi-Brezen (mein Beitrag), Pancakes, Erdnussbutter-Marmelade-Sandwiches.

Und weil wir das alles zu sechst gar nicht aufessen konnten, luden wir noch Ciro, Claudio und Jen ein. Danach lag dann (fast) die klassische Situation vor: die Mädels blieben zuhause, genossen Wein und machten den Abwasch, während wir Jungs und Becca zu einer italienischen Geburtstagsfeier gingen.

Interessant waren dort vor allem die großen Luftballons und die Möglichkeit, in Parkwood einmal eine Wohnung mit anderem Grundriss zu sehen. Anschließend ging es noch zur Geburtstagsfeier von Ben, der halb Amerikaner und halb Iraner ist. Das Motto war “Bad Taste”, man sollte sich also möglichst geschmacklos kleiden. Neben der Mode der 70er und 80er Jahre waren auch die Kombinationen Hose-in-weiße-Socken-gesteckt und Unterhose-über-der-Hose vertreten. Nicht nur das verwunderte uns bei unserer Ankuft dort, sondern auch, dass überraschend wild gebechert und getanzt wurde. Nachdem mal wieder ein wildes Wochenende bevorstand, wollte ich eigentlich am Donnerstagabend nichts machen. Aber die Bitten und Drohungen von Jen und Kaitlin konnten dann doch mein Herz erweichen. Also ab in die K-Bar. Kaitlin wollte schon seit langem Karaoke singen und als netter Mitbewohner hab ich sie bei folgendem Song unterstützt:
Am Freitag war dann noch eine Geburtstagsfeier angesagt. Das bayrische Geburtstagskind hatte einen Tisch für 10 reserviert, aber wir waren dann ein paar Leute mehr. Das Dolphins war weniger ein Pub als eine Art Wohnzimmer mit Kaminfeuer, einem Regal voller Brettspiele und alten Möbeln. Als Snack zum Bier gab es überbackene Nachos mit Jalapenos. Anschließend ging es noch ins Miller’s Arms, wo sich aber nur noch ein Getränk ausging, denn wir wurden mal wieder hinausgeläutet.
 Das Geburtstagskind mit ihrem Geschenk: Domina Start-Paket
Alex hatte zwar schon vor einer Woche Geburtstag gehabt, aber zu dem Zeitpunkt war er in Amsterdam. Also hieß es am Samstag gleich noch mal “Happy Birthday”. Nachdem die Feier mal wieder im spanischen Hauptquartier stattfand, war der Beginn, kurz nach dem spanischen Abendessen, um 10 Uhr. Gegen elf war dann auch schon einiges los und bald war wieder das ganze Haus inklusive Vorgarten bevölkert.
 Zwei Partyzonen-Bewohnerinnen, die sich gern haben.
Sonntag = Ruhetag? Nicht wirklich! Ich bin hier ja ständig den Amerikanern ausgesetzt und deshalb hat mich auch das Thanksgiving-Fieber gepackt. Nur bin ich am eigentlichen Thanksgiving-Tag, dem kommenden Donnerstag, verhindert (Warum, wird dann im nächsten Eintrag verraten, also dranbleiben) und deshalb gab es ein vorgezogenes Essen am Sonntag. Cassandra und Karin scheuten keine Mühen und bekochten uns mit Kartoffelsuppe, Kürbissuppe, Gratin von grünen Bohnen, Truthahnsteaks, Kürbiskuchen und Apfelkuchen.

Das Highlight der Getränkekarte war “Canterbury Choice”, der Wein, dessen Wert durch die Transportkosten zwei Wochen zuvor vervierfacht wurde. Dass es langsam wieder in den Alltag zurückgehen musste, erkannte man daran, dass viele Gäste schon (essaybedingt) früher gehen mussten und auch ich war etwas erschöpft von den letzten Tagen. Current Location: wo immer es Essen und Trinken gibt Current Mood: drunk Current Music: Die Ärzte - Monsterparty
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| 10th. Nov, 2007 04:45 pm Semi-narrisch
(Hier der erste themenbezogene Eintrag. Diese handeln sich nicht von einem bestimmten Zeitpunkt, sondern sind eher als Überblick und Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse zu verstehen.) Dienstags, mittwochs und donnerstags habe ich Seminare. Manchmal komme ich mir vor wie bei einem Kaffeekränzchen, vor allem wenn die Diskussion mal wieder stark vom eigentlichen Thema abweicht. Auch an den Umgangston kann ich mich nur schwer gewöhnen. Dass man sich mit Vornamen anspricht ist ja sehr nett, aber dass Kraftausdrücke wie shag, fuck, turd, bitch und shit (letztere drei sogar von einem Seminarleiter verwendet), auch wenn sie inhaltlich zutreffen, in Referaten benutzt werden und nur Lächeln auslösen, hat mich schon etwas verwundert. Soviel zur “feinen englischen Art“. Mir scheint, hier ist eher von einer “lockeren Art” zu sprechen. Auch nicht schlecht! Keiner meiner drei Seminarleiter kommt aus England. Sie kommen aus Neuseeland, Deutschland und den Vereinigten Staaten. Zum Glück habe ich zumindest in meiner Vorlesung einen englischen Professor, aber diese teilt er sich mit dem Neuseeländer. Bitte nicht falsch verstehen: Auch letzterer ist sehr nett und humorvoll. Im Seminar zur Science-Fiction müssen wir jede Woche ein Buch lesen. Meistens bin ich aber der einzige der das wirklich gemacht hat. Deswegen tendieren die Diskussionen dazu meist auch eher in eine allgemeinere Richtung zu schwenken. Wie fast in jeder “Klasse” auf der Welt gibt es auch hier zwei, drei Leute die immer zu jeder Aussage ihren Senf dazu geben, und genauso viele, die nie etwas sagen. Ich bin, wie fast immer, im Mittelfeld was die reine Quantität der Beiträge betrifft. Einmal war dem Seminarleiter ein Name aus dem Buch entfallen und ich war mir sicher, dass er F. W. Taylor meinte, also schlug ich dies vor. Er wehrte ab und suchte in seinem Buch weiter. Andere Studenten stimmten mir leise zu und nach einigen Minuten fand der Dozent dann auch wonach er suchte: Taylor. Es gab ein wenig Gelächter, aber er merkte seinen Fehler gar nicht. Da ich immerzu lesen muss (durchschnittlich zwei Bücher und zwei Kurzgeschichten pro Woche, Recherche für Essays nicht einberechnet), ist sind die Fragen wo und wie stark ausschlaggebend für meinen Tagesablauf. Anfangs habe ich viele Stunden so verbracht:
 Auf dem Bett liegend, das Buch im Schoß, den Bleistift bereit und im Hintergrund der blaue Himmel. Da es aber zur Zeit schon vor 16:00 Uhr düster wird, lese ich jetzt meistens im Stuhl sitzend mit einer Leselampe. Na gut, ich verabschiede mich dann wieder mal, denn in den nächsten fünf Tagen soll ich gleich drei Bücher und drei Kurzgeschichten lesen. Gut, dass mein Essay schon fast fertig ist.
Current Location: mein Zimmer Current Mood: busy Current Music: Farin Urlaub - Buch zum Lesen
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| 8th. Nov, 2007 12:19 am Zum Wein(en) Am Sonntag war ich auf einem englischen Weingut. Die KentUnion hat einen Ausflug dorthin “organisiert”, aber nur in einem versteckten Bereich ihrer Internetseite angekündigt. Zum Glück konnte ich noch zwei Bekannte überreden mitzukommen, sonst hätte die Gruppe nur aus zwei Personen bestanden. Eigentlich hätten wir schon letzte Woche fahren sollen, aber es muss wohl Komplikationen gegeben haben. Wir mussten 2,50 Pfund für die Organisation des Ausflugs bezahlen. Diese bestand nur darin, dass man uns ein Taxi gerufen hat und den Winzern über unser Eintreffen Bescheid gab. Um 13:45 trafen wir uns vor dem Venue. Alle vier waren wir da, nur das Taxi brauchte noch zehn Minuten. Nach einer teuren Fahrt durch kleine Dörfer kamen wir in Staple an. Was wir dort vorfanden, war kein wirklicher Weinberg, sondern eher flach und nur einen Hektar groß, aber trotzdem ganz nett. Die Besitzer sind zwei Brüder, die, nach eigenen Angaben, “im Ruhestand jetzt lieber Wein machen als Golf zu spielen“. Einer der beiden, früher Chemiker bei einem amerikanischen Pharmakonzern, führte uns herum, erklärte uns die Geschichte des englischen Weins. Er schilderte uns unter anderem viele der Arbeitsschritte und Geräte, die er selbst zur Weinproduktion (ca. 10’000 Flaschen im Jahr) benutzt. Leider hatten wir die Weinlese um einige Wochen verpasst. Nachdem wir noch einen Schluck von jeder der drei Sorten probieren durften und ich noch zwei Flaschen erstand (mehr war auf Grund der unerwartet hohen Taxipreise nicht möglich), machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Campus. Der Taxifahrer hatte die ganze Zeit auf uns gewartet. Anscheinend verdiente er an uns so gut, dass es sich nicht lohnte andere Gäste zu fahren. Er hat auch gleich noch drei Flaschen Wein für seine Frau gekauft. Genug verdient hatte er ja an diesem Nachmittag. Auf der Rückfahrt war er dann auch gesprächiger und erklärte, dass wir uns hier im Garten Englands befanden, weshalb Regen und Schnee sehr selten sind. Das ist natürlich auch gut für den Weinbauer und löst das Rätsel, warum Kent so gar nicht dem Cliché vom verregneten England entspricht. Ich sag es noch ein weiteres Mal: Die Fahrt war sehr teuer. Jeder von uns hatte alleine für Hin- und Rückweg 17 Pfund bezahlt.
Hier die Internetseite des Weinguts: http://www.barnsole.co.uk/
 Current Location: Staple Current Mood: pissed off Current Music: Northern State - Better Already
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| 2nd. Nov, 2007 05:20 pm Grauenhaft! Da lobt man mal den Waschsalon, weil zwei Wochen lang alles prima klappt und schon sind die Hälfte der Waschmaschinen außer Betrieb und die Trockner gehen auch nicht mehr. Zudem ist dann noch die Heizung in meinem Gebäude ausgefallen. Glücklicherweise ging sie nach einer kalten Nacht aber wieder. Am 31. Oktober haben wir in unserem Haus eine große Halloweenparty veranstaltet. 45 Gäste hatten zugesagt. Rechnet man dann noch die unzähligen Leute mit ein, die von den Gästen mitgebracht wurden und jene, die als Passanten in den Sog der Party kamen, dann lässt sich behaupten, dass dies die wohl bisher größte Party war. Für das leibliche Wohl wurde mit 6 Kilo Pasta und 4 großen Tortillas gesorgt. Zu meinen Aufgaben zählte dieses Mal die Dekoration, welche hauptsächlich aus künstlichen Spinnweben und Luftballons bestand. Ursprünglich war es so gedacht, dass im Treppenhaus gefeiert werden sollte. Aber in jedem Stockwerk bildete eine Küche den Anziehungspunkt, sodass anfangs eine Dreiteilung stattfand. Erst mit zunehmender Anzahl der Gäste verlagerte sich die Feier ins Treppenhaus und ins Freie. Neben so typischen Kostümen wie Vampir, Zombie, Pirat und Hexe gab es auch noch Fidel Castro, Kürbis, Pantomime, Rockstar mit mehliger Koksnase und die vier Jahreszeiten. Irgendwann wurde dann ein Feuerlöscher betätigt und Kürbisse flogen (gegen ein Fenster). Obwohl es zum Teil wild herging, haben sich alle prächtig amüsiert; die Party war ein Erfolg und die Aufräumarbeiten am nächsten Morgen schienen auch nur halb so schlimm.
  Das Treppenhaus
 Die Küche
Am späten Donnerstagnachmittag gab es dann wieder mal einen Feueralarm. Dieses Mal nicht bewohner-induziert, sondern als Test der Feuerpolizei. Man wollte sehen wie lange wir zur Evakuierung des Gebäudes brauchten. Im Gegensatz zu meinen Mitbewohnern ärgere ich mich meist nicht darüber und nehme das ganze mit Humor. 30 Minuten im Freien zu stehen, bis man wieder ins Gebäude darf, ist auf Dauer aber langweilig und da ich mein Buch vergessen hatte, beschloss ich mit Mario und Sarah im Gemeinschaftsraum ein wenig fernzusehen. Zumindest solange bis wir wieder in unsere Zimmer durften. Leider empfingen die riesigen Flachbildfernsehgeräte nur drei verschiedene Sender. Nach dem Abendessen wollten wir noch ein bisschen die Gegend unsicher machen und beschlossen in die Bar Origins im Darwin College zu gehen. Bei einigen Runden Tischfussball, in denen ich mal wieder kläglich scheiterte, trank jeder von uns ein Bierchen. Doch was passierte bevor wir fertig waren? Richtig, Feueralarm! Da man die Gläser nicht mit nach draußen nehmen durfte wurde Plastikbecher verteilt. Außerdem war dieses Mal ein wenig mehr los, denn im Darwin College wohnen gleich mehrere hundert Studenten, die nicht nur das Gebäude verlassen, sondern sich auch noch alle auf den schmalen Bürgersteig auf der gegenüberliegenden Straßenseite drängen mussten. Glücklicherweise wohnte keiner von uns vieren hier, weshalb wir den Ort des Geschehens verlassen konnten. Hierbei sei noch angemerkt, dass es sich bisher jedes Mal um einen falschen Alarm gehandelt hat. Hoffentlich bleibt das auch so, denn schon einmal strömte in der Küche das Gas aus ohne dass jemand kochte. Der Putzdienst, der uns pausenlos einen Besuch abstattet, ist wohl daran schuld. Wir sind der Frau ja sehr dankbar, aber entweder sie vergisst das Gas auszuschalten oder sie wischt den Ofen so feucht, dass keine Flamme mehr brennen will. Trotz all dieser grauenhaften Erlebnisse bin ich aber immer noch froh hier zu sein. Current Location: The Dark Side Current Mood: shocked Current Music: Jon Carpenter - Halloween Theme
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| 22nd. Oct, 2007 12:57 am Ein ungewöhnliches Wochenende In unserer bescheidenen Küche gab es am Freitagabend gleich zwei kulinarische Höhepunkte. Valentine machte uns Crêpes und Mario Tortillas. Zu diesem Anlass luden wir noch zahlreiche hungrige Mäuler ein und so kam es schon vor der eigentlichen Party zu einer kleinen Feier. Langsam verlagerte sich das ganze aber dann doch ins Gebäude nebenan, wo im Treppenhaus eine Kostümparty zu Ehren der Finnin Riina gefeiert wurde. Ein großer Teil der Gäste war gar nicht verkleidet und blieb vielleicht auch deshalb im Freien, sodass am nächsten Tag einige gar nicht wussten, was im Inneren los war. Ich selbst entschloss mich wie so manch anderer für eine nicht zu ausgefallene Verkleidung: ich suchte mir einfach eine Figur (Ricky Fitts aus dem Film American Beauty), die so angezogen ist, wie ich es an dem Tag war. Nicht sehr originell, aber das ist ja auch egal. Diejenigen, die sich etwas mehr Mühe gegeben hatten, machten beim Kostümwettbewerb mit. Ein Franzose in Frauenkleidern gewann, was vermutlich auch daran lag, dass er die Rolle wirklich lebte.

Der Sieger ist der zweite von rechts
Unsere Küche am nächsten Morgen. Gar nicht so schlimm!
Nachdem Snacks und Getränke knapp wurden und sich den ersten Bewohner in ihre Zimmer zurückzogen, wurden auch die Gäste langsam weniger. Eine weitere Feier sei im nahe gelegenen Thornden Court, erfuhren wir. Dort waren bis auf ein paar kleine Grüppchen aber auch nicht mehr viele Leute. Simon, ein dänisch-englischer Student, erzählte uns wieder von seinen Erlebnissen in München, wo er vor kurzem selbst mit Erasmus war. Anscheinend wird man dort nicht so herzlich empfangen, weshalb wohl der Austausch in Zukunft eingestellt wird. Da haben wir ja noch mal Glück gehabt, als Studenten der LMU nach Canterbury zu dürfen. Ein paar Häuser weiter wurde in einer Küche noch ein wenig gefeiert, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen wollte. Komischerweise tanzten dort alle Salsa, bis auf eine junge Frau im Schlafanzug. Es stellte sich heraus, dass sie nebenan wohnte und sich nicht mehr hatte umziehen wollen. Eigentlich keine große Überraschung mehr nachdem ich schon von ganzen Gruppen gehört habe, die in Pyjama, Mantel und Gummistiefeln den halben Campus überqueren um ins Kino zu gehen. Da Küchensalsa und Gespräche zwischen Tür und Angel nicht ganz meinen Ansprüchen entsprachen, trat ich gegen 3 Uhr den fünfminütigen Nachhauseweg an, um in mein einigermaßen gemütliches Bett zu fallen. Das Problem war nur, dass ich um 4 Uhr schon wieder aufgeweckt wurde. Der Feueralarm war mal wieder ausgelöst worden. Zuerst dachte ich mir im Halbschlaf noch, dass ich den schrillen Piepton ignorieren könnte, aber erfahrungsgemäß dauerte es immer eine halbe Stunde bis ein Befugter der Feuerwehr kam, um diesen abzustellen. Dass es sich um ein wirkliches Feuer handeln könnte, glaubt mittlerweile keiner mehr, da wir nach dem wöchentlichen Testalarm jeden Montagmorgen und den drei außerplanmäßigen falschen Alarmen nicht mehr sonderlich überrascht (aber dafür umso genervter) sind. Also zog ich mir schnell warme Kleidung an, um mich mit den anderen Bewohnern in die Kälte zu stellen, denn das Gebäude in so einem Fall evakuiert werden. Glücklicherweise hatte jemand nach einer Weile die fantastische Idee in den vergleichsweise warmen Waschsalon nebenan zu flüchten. Nur drei von meinen fünf Mitbewohnern waren wie ich aufgeweckt worden. Wie sich herausstellte war Mario immer noch am Feiern, während Becca das Unfassbare schaffte und den Feueralarm verschlief. Sie musste wohl einen sehr wirkungsvollen Schlummertrunk getrunken haben. Am Samstag brennte dann die Luft, denn der Tag des großen Finales war gekommen. Das Endspiel der Rugby-WM, England gegen Südafrika. Natürlich wurde es in fast jedem Lokal übertragen, aber ich wollte unbedingt einmal den Gemeinschaftsraum benutzen, den ich täglich leerstehend von meinem Fenster aus sehe. Dort sollte schon eine halbe Stunde vor Spielbeginn ein großer Fernseher zur Verfügung stehen. Leider konnte ich niemanden finden, der das Spiel dort auch verfolgen wollte und als dann zehn Minuten vor Kick-off im Gemeinschaftsraum immer noch kein Licht brannte, war ich ein wenig enttäuscht. Der nächstgelegene öffentliche Austragungsort war vermutlich Woody’s Bar, nicht viel mehr als fünf Minuten entfernt. Warum “vermutlich”? Weil ich auf dem Weg dorthin bemerkte, dass im Dunkel des Gemeinschaftsraums einige Leute vor dem Fernseher saßen. Ich gab Stephany Bescheid nachzukommen, damit ich nicht als einziger bezüglich der genauen Regeln passen müsste. England glänzte nicht gerade und verlor deshalb 6:15. Der Abend war noch jung und wir wollten uns nicht von der Niederlage deprimieren lassen, also besorgten wir uns Speiseeis und südafrikanischen Wein, die wir dann gemeinsam mit Cassandra, die zuvor auf einem Konzert war, in meiner Küche verzehrten. Danach statteten wir unseren spanischen Freunden noch einen Besuch ab, die zu so später Stunde gerade Paella aßen. Current Location: Courts: Stock, Thornden, Purchas und Grimshill Current Mood: hyper Current Music: Kalifonia uber alles
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| 15th. Oct, 2007 03:04 pm "Einen sehr schonen Wocheende"
Jetzt bin ich schon einen ganzen Monat hier. Wow, die Zeit vergeht echt schnell! Zum Glück darf ich ein Jahr hier bleiben, im Gegensatz zu manch anderen, die schon ab Weihnachten weg sind. Naja, den ein oder anderen neuen Mitbewohner zu bekommen wird sicher auch interessant, obwohl ich mich mit allen immer noch sehr gut verstehe. Dieses Wochenende waren sie aber fast alle ausgeflogen. Mario immer noch krankheitsbedingt in Spanien, Becca beim Wandern und Klettern im Peak District im Herzen Englands, Kaitlin in schicken Teilen Londons unterwegs und Sarah auf einer anscheinend verrückten Reise nach Dublin. Nur Valentine und ich waren übrig geblieben. Da ich bisher noch wenig Pubkultur mitbekommen hatte, kam ein weiteres Pub Crawling (dieses Mal in “Downtown Canterbury”) wie gerufen. Erasmusstudenten und alle anderen, die sich dafür interessierten, trafen sich zuerst im “West Gate Inn” (Wetherspoon). Da der Bus nicht so fuhr, wie wir uns das vorgestellt hatten, kamen wir etwas später an, aber immer noch rechtzeitig vor dem Lokalwechsel. Der nächste Stop war “The Cuban”, welches einen edlen Eindruck machte: Türsteher, sogar im Anzug; zudem lateinamerikanische Einrichtung und Musik. Auf dem Weg dahin hatten wir schon ein paar Nachzügler aufgenommen und nach ca. einer Stunde setzte sich die “Völkerwanderung” ein weiteres Mal in Bewegung, zu Pub Nr. 3.
 Das “Penny Theatre” mit einigen von uns (und dem strengen Türsteher) davor.
Hier gefiel es mir am besten. Auch hier gab es einen schaurigen Türsteher, der leider ein Mädchen nicht ins Pub ließ, weil sie nur einen Studentenausweis hatte und man diesen auch schon mit 17 bekommen könnte. Aber der Präsident der Erasmus-Society, Richard (“Dickie“), und seine rechte Hand, Kate, zahlten ihr ein Taxi nach Hause und baten sie Bescheid zu geben, wenn sie sicher dort angekommen war. Ziemlich nett, finde ich. Nachdem in England in allen Räumen Rauchverbot zu herrschen scheint, gab es in jedem der Pubs auch Tische im Innenhof, die aber auf Grund der angenehmen Temperaturen auch bei Nichtrauchern begehrt waren. Im “Cuban” war es dort sogar zu warm (vielleicht absichtlich kubanisches Klima?), da es Heizstrahler gab.
 Hier ein Bild vom “Biergarten” des “Penny Theatre”.
Welches der vierte Stop sein sollte war selbst unseren Anführern unklar und vielleicht verloren wir die Hälfte der Gruppe als wir zurück zum “West Gate Inn” gingen, weil dieses ungewöhnlich lange (bis 1 Uhr) offen hatte. Nach einer Unterhaltung über Shakespeares Werke wurde ich mit den anderen aus dem Pub getrieben und trat den Nachhauseweg an, der dank einem Anführer mit guter Orientierung und einer netten Konversationspartnerin kurz erschien.
Obwohl ich mich am Samstag eher müde fühlte, stand eine Party auf dem Plan, die ein weiteres Mal von unseren spanischen Freunden ausging. Es sollte eine fünffache Geburtstagsfeier und werden, was die bisher größte Party erwarten ließ. Nachmittags war ich noch fleißig, doch eine Stunde vor Beginn übermannte mich dann die Müdigkeit. Also noch schnell ein kurzes Schläfchen. Als ich dann um 22.30 bei der Feier aufkreuzte, war weitaus weniger los, als erwartet. So mancher war wohl noch in einem Pub in der Stadt um sich in der dortigen Atmosphäre das Rugby-WM Spiel England-Frankreich anzusehen (England gewann 14:9). Und tatsächlich kamen mit der Zeit noch mehr Gäste, gegen drei Uhr dann sogar die Campus Security, um die laute Musik zu verbieten. Leider war es mit dem Gehorsam nicht sonderlich gut bestellt, denn die Musik wurde mehrmals wieder aufgedreht, sodass noch weitere Besuche folgten. Zum Glück bin ich bei solchen Kontrollen immer nur unschuldiger Zuschauer und kann deshalb darüber schmunzeln.
 Wie immer war die Küche Zentrum der Party, nicht zuletzt weil hier der Laptop mit Musik steht.
Erst um sechs Uhr machte ich mich auf den Nachhauseweg. Der Sonntag wurde aber dennoch sinnvoll, und nicht nur zum Ausschlafen, genutzt. Endlich konnte ich das Buch “Sirius” für mein Science-Fiction Seminar zu Ende lesen und einen Film analysieren, der praktischerweise von den Dozenten online gestellt wurde, sodass man nicht mehr in die Bibliothek gehen muss und stattdessen den Film am heimischen Schreibtisch sehen und bearbeiten kann.
Current Location: Downtown und Grimshill Current Mood: enthralled Current Music: Snowden- Anti-Anti
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